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Die Geschichte der Wiener akademischen Burschenschaft Teutonia

Vorstellung unserer Burschenschaft aus den „Burschenschaftlichen Blättern“ 4/2008:

 Nicht ohne Ergriffenheit liest man heutzutage die Berichte vom Wartburgfest 1817, von dem Sehnen nach Geistesfreiheit, nach einem einigen und einzigen Deutschland und nach ehrenhaftem Burschentum. Eine Burschenschaft sollte alle umschließen, kein Gedanke an Korporationsgeist oder Eifersucht.

Die Tat Sands, das Hambacher Fest, der Frankfurter Wachensturm, zeitigten bekanntlich nicht den Erfolg der Wünsche des Wartburgfestes, sondern mündeten vielmehr in die bekannten Verfolgungen in den meisten Teilen des zersplitterten Deutschlands und somit auch in Österreich-Ungarn.

Die Jenenser Burschenbewegung warf aber besonders nach der Revolution von 1848 auch Wellen in den von Deutschen bewohnten Teil Österreich-Ungarns, doch führten diese hier, sei es zufolge des von Metternich besonders scharf ausgeprägten Unterdrückungssystems, sei es infolge geistiger Erschlaffung der Biedermeierzeit, zunächst zu keinem nennenswerten Ergebnis. Wohl standen 1848 Studenten mit schwarz-rot-goldenen Trikoloren auf den Wiener Barrikaden, doch kam diese studentische Erhebung rascher als in den anderen Teilen Deutschlands durch staatliche Gewaltakte zum Erliegen. Der Abgeordnete der Paulskirche, der Burschenschafter Robert Blum, der nach Wien kam, wurde unter Verletzung der ihm zustehenden Immunität von kaisertreuen Truppen sogar standrechtlich erschossen. Als nach dem Abgang Metternichs eine allmähliche Milderung der politischen Unterdrückung der Studentenschaft in Österreich eintrat, bildeten sich in den 1850er und 1860er Jahren rasch die ersten studentischen Verbindungen an den deutschen Hochschulen in Österreich-Ungarn. Bereits zu dieser Zeit rang die großdeutsche mit der von Preußen geförderten kleindeutschen Idee, wobei man in der deutschen Studentenschaft Österreichs naturgemäß zum größten Teil dem großdeutschen Gedanken, also einem einigen deutschen Staat unter Einschluß der deutsch besiedelten Gebiete der Habsburgermonarchie, anhing.

In dieser politisch und studentisch bewegten Zeit war es 1865 auf Grund der Konservativerklärung der Burschenschaft Silesia Wien zum Austritte einiger progressistisch eingestellter Mitglieder, darunter des späteren führenden Sozialisten Pernerstorfer, gekommen. Man gründete eine neue Burschenschaft Arminia, deren Mitglieder braune Kappen und schwarz-rot-goldenes Band trugen, aus der sich aber bald wieder einige Mitglieder absonderten, denen die Arminia zu wenig völkisch gesinnt war und die dem konservativen waffenstudentischen Prinzip sehr zuneigten.

So kam es am 28. Jänner 1868 im „Pentagon“ (fünfeckiges Zimmer) des heutigen Wiener Cafè Rathaus zur Gründung der Burschenschaft Teutonia durch neun ehemalige Mitglieder der Arminia. Als Farben wurden bestimmt: schwarz-rot-goldenes Band und braune Kappe mit schwarz-rot-goldenem Vorstoß. Zum ersten Sprecher wurde Albin Niemetz gewählt. Mannigfaltige Probleme gab es in der Anfangszeit der Teutonia zu lösen, besonders die Stellungnahme gegen konfessionelle Verbindungen, die Mensurfrage und das Verhalten gegenüber der Habsburger Staatsgewalt sind hier zu nennen. Trat die Teutonia sofort nach Gründung dem progressistischen „Norddeutschen Kartell“ bei, erfolgte nach der Konservativerklärung am 21. Juni 1869 unverzüglich der Austritt aus diesem. Das Kartell löste sich wenige Jahre nach weiteren Austritten von Bünden durch Konservativerklärungen auf. Das konservative waffenstudentische Prinzip, also das unbedingte Mensurfechten nach brauchgemäßer Forderung, hat die Teutonia seitdem nie mehr abgelegt und bis auf den heutigen Tag wurden durch Teutonen weit mehr als 3.000 Mensuren geschlagen.

Ebenfalls nach dem Austritt aus dem Norddeutschen Kartell änderte die Teutonia am 11. Oktober 1869 zur besseren Unterscheidung von der Arminia die Reihenfolge der Farben in schwarz-gold-rot und führte die nunmehrige gelbe Kappenfarbe und steife Kappenform ein.

Nach dem Sieg Preußens und der verbündeten deutschen Länder über Frankreich 1871 und der damit verbundenen kleindeutschen Reichsgründung kam es innerhalb der Burschenschaften in Österreich zu einer ungeheuren Euphorie und der sogenannte „Bismarckismus“ griff um sich, verbunden mit der immer schärferen Forderung der patriotischen Studentenschaft, den deutsch besiedelten Teil Österreich-Ungarns ebenfalls an das neue Deutsche Reich anzuschließen. Diese Haltung wurde von der Staatsmacht des Habsburger-Staates immer argwöhnischer verfolgt und führte schließlich zu zahlreichen Repressionen, wie Versammlungsverboten oder Vereinsauflösungen. Kneipen und Kommerse der Teutonia wurden häufig polizeilich überwacht, Bismarck-Bilder mußten entfernt werden, das Lied „Die Wacht am Rhein“ durfte ebenfalls nicht mehr gesungen werden. Ein Polizeispitzel meldete am 05. März 1877 an seine Dienststelle: „Solange die Burschenschaften Teutonia, Germania und Libertas nicht aufgelöst werden, muß man immer auf Skandale ihrerseits gefaßt sein, da diese meist aus frechen Burschen bestehen.“

Ende der 1870er Jahre verschärfte sich die Opposition gegen den Habsburger-Staat immer mehr, als die politischen Ideen des alldeutschen Politikers Georg Ritter von Schönerer, aus dessen Bewegung sich später mit den Christlichsozialen, den Sozialdemokraten und den Deutschnationalen, die drei wichtigsten politischen Lager in Österreich bildeten, massiven Eingang besonders in die Burschenschaften in Wien, aber auch in die der anderen Hochschulstädte fanden.

Im Frühjahr 1881 gründeten die Burschenschaften Frankonia Graz, Carolina Prag und Teutonia Wien ein Kartell, aus dem 1884 die Carolina wieder ausschied. Das nunmehr „Gold-Roter-Verband“ genannte Kartell zwischen Frankonia und Teutonia besteht mit kurzfristigen Unterbrechungen bis heute.

Unterdessen ging die zunehmende Politisierung der Studentenschaft unter bedingungsloser Festlegung auf das Programm Schönerers weiter. Schönerers radikale politische Forderungen sorgten innerhalb der Verbindungen für immer mehr Unruhe, bis sich politische Spaltungen innerhalb der Deutschen in Österreich und innerhalb der Studentenschaft nicht mehr vermeiden ließen. Die Teutonia gehörte in dieser Zeit zu den treuesten Anhängern der politischen Ideen Schönerers und ernannte ihn 1889 sogar zum Ehrenburschen.

Am 09. Februar 1888 erfolgte die erste behördliche Auflösung der Burschenschaft Teutonia „wegen Überschreitung des satzungsgemäßen Wirkungskreises“ (dies ist der in Österreich seit eh und je übliche Schimmelausdruck für Vereinsauflösungen ohne konkrete Begründung). Das Stiftungsfest, bei dem es während der Festrede Schönerers zur polizeilichen Auflösung der Kneipe und tumultartigen Szenen kam, wurde im selben Jahr jedoch trotzdem gefeiert.

Nach der Wiederzulassung der Teutonia im Jahre 1889 gelang es einem der bedeutensten  Teutonen, Dr. Julius Sylvester, erstmals, die politische Spaltung der Studentenschaft in Österreich zu überwinden und den Zusammenschluß fast aller Burschenschaften in Österreich und dem Sudetenlande zu erreichen. Trotz zwei weiterer kurzfristiger Auflösungen der Teutonia durch die Staatsmacht beruhigte sich die politische Lage an den Hochschulen zusehens gegen Ende des 19. Jahrhunderts, auch wenn die deutschnationale Haltung der Waffenstudenten dem Habsburger-Staat immer ein Dorn im Auge blieb.

Nach dem Tode Bismarcks am 30. Juli 1898 nahm die Teutonia zusammen mit zahlreichen anderen Bünden am offiziellen Begräbnis des Kanzlers teil. In dieser Zeit verschärfte sich zusätzlich das Verhältnis zu den konfessionellen Verbindungen durch die „Los-von-Rom-Bewegung“ Schönerers, die eine strikte antiklerikale Politik verfolgte. An der Universität Wien kam es immer häufiger zu Raufereien und Jagdszenen zwischen Burschenschaftern und katholischen Verbindungsstudenten.

Während die Teutonia seit ihrer Gründung immer in wechselnden Lokalen in Wien ihre Konstanten unterhielt und über kein eigenes Haus verfügte, änderte sich diese Situation gegen Ende des Sommersemesters 1910, als es gelang, ein geeignetes Haus im 8. Bezirk, Kochgasse 11 zu erwerben und für die Zwecke einer Verbindung umzubauen.

Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, rückten insgesamt 96 Teutonen zum Kriegsdienst ein und die Räume des Teutonenhauses wurden dem Roten Kreuz als Lazarett zur Verfügung gestellt. Zehn unserer Farbenbrüder (so nennt der Teutone seine Bundesbrüder) kehrten aus dem Weltbrand nicht mehr zurück.

Nach dem verlorenen Kriege und dem Zerfall der Habsburger-Monarchie kam es unter dem Eindruck des in Politik und Volk weit verbreiteten Willens eines Anschlusses des neuen Staates Deutsch-Österreich an das Deutsche Reich auch innerhalb der Burschenschaft zu einer Einigungsbewegung. Diese mündete, wieder unter maßgeblichem Wirken des Teutonen Dr. Sylvester, in der Vereinigung der „Deutschen Burschenschaft“ mit der „Burschenschaft der Ostmark“ am 05. August 1919.

In den chaotischen Nachkriegswirren in Österreich, die der Gründung der Ersten Republik folgten, kam es zu einer immer schärferen Trennung zwischen den drei politischen Lagern und nur mit Mühe konnte der innere Friede in den 1920er Jahren aufrechterhalten werden.

In der deutschnational gesinnten Studentenschaft Wiens herrschte nicht nur rege Anteilnahme an den Geschehnissen des durch das Versailler Diktat geknechteten Deutschen Reiches, sondern auch die aktive Teilnahme vieler Burschenschafter am Kärntner Abwehrkampf kennzeichnete die ersten Nachkriegsjahre. Im Zuge der Verschärfung der innenpolitischen Lage in Österreich gegen Ende der 1920er Jahre und Beginn der 1930er Jahre wurden viele Teutonen wegen ihrer politischen Aktivitäten in Anhaltelager gesperrt. Nach der Errichtung der Christlichsozialen Diktatur 1934 und des gewaltsamen Todes von Bundeskanzler Dollfuß im Zuge eines nationalsozialistischen Putschversuches verschärfte sich die Verfolgungswelle gegen politische Gegner des Klerikalfaschismus immer mehr. Bezeichnend für diese Zeit ist ein Zitat aus einer Burschenberatungsschrift der Teutonia vom 30. Jänner 1935: „Fechtwartbericht entfällt, da der Fechtwart heute abends verhaftet wurde.“

Nach der Auflösung der reichsdeutschen Burschenschaften im Laufe des Jahres 1935 und der oberflächlichen Beruhigung der innenpolitischen Lage in Österreich nach 1936 gelang es auch der Teutonia für wenige Jahre, den Betrieb des Bundes zu normalisieren. Dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 folgte dann jedoch die sofortige Auflösung aller studentischen Korporationen in Österreich und auch die Teutonia wurde in die Kameradschaft „Georg Ritter von Schönerer“ umgewandelt, konnte das Haus in der Kochgasse jedoch zunächst behalten. Erst im Jahre 1940 erfolgte der zwangsweise Verkauf des Hauses und auch nach dem Kriege war es der Teutonia nicht möglich, dieses verlorene Juwel zurückzugewinnen.

Als am 01. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, rückten 111 Teutonen zum Kriegsdienst ein. Nur 86 Farbenbrüder kehrten aus dem Kriege zurück.

Nach der Niederlage und den katastrophalen Folgen des Krieges, mit Flucht, Vertreibung, Ausbombung und Besetzung waren die ersten Nachkriegsjahre geprägt von der Sicherstellung der eigenen Lebensgrundlagen. An eine studentische Betätigung war zunächst, auch wegen des Verbotes durch die Besatzungsmächte, nicht zu denken. Dennoch trafen sich die alten und jungen Teutonen bereits seit 1946 wieder regelmäßig und man bemühte sich, einen gemeinsamen Raum als Mittelpunkt neuen Beisammenseins zu finden. Im Jahre 1952 wurde das öffentliche Farbentragen von den Besatzungsmächten wieder erlaubt und bei der Teutonia konnte wieder ein bescheidener Aktivenbetrieb aufgenommen werden. Im Jahre 1959 gelang es schließlich, ein ehemaliges Mietshaus im Roten Hof 8 im 8. Bezirk zu erwerben und für die Bedürfnisse einer Burschenschaft umzubauen. Im Jahre 1981 konnte man das Nachbarhaus Nummer 10 ebenfalls erwerben und verband die beiden Häuser durch Mauerdurchbrüche.

Im Zuge der 1960er Jahre kam es zum Zerfall der „Roten Richtung“ innerhalb der Burschenschaften, welcher die Teutonia seit 1920 angehörte. Da sich die Verbandspolitik der „Roten Richtung“ zusehens gegen eine Einigung von DB und DBÖ richtete, traten neben einigen Bünden aus der BR Deutschland auch die Burschenschaften Teutonia Wien, Frankonia Graz und Brixia Innsbruck aus der „Roten Richtung“ aus. Trotz der Gründung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft 1961, die das Ziel hatte, eine Vereinigung von DB und DBÖ herbeizuführen, blieben viele Burschenschaften in Österreich auf Grund der schlechten Erfahrungen, die man mit einigen Gruppierungen der Deutschen Burschenschaft in nationaler und waffenstudentischer Richtung gemacht hatte, kritisch gegenüber einem Zusammenschluß. Auch die Teutonia gehörte lange Jahrzehnte dieser kritischen Richtung an und es wurden viele Diskussionen und Auseinandersetzungen innerhalb der Teutonia geführt, bis man sich im Jahre 2003 zum Beitritt in die BG entschloß und drei Jahre später den Antrag auf Wiederaufnahme in die DB stellte. Es ist seitdem der erklärte Wille der Teutonia, sich personell und ideell für unseren Dachverband einzusetzen, um unseren Verband schlagkräftig und zukunftsfähig zu erhalten.

Besonders enge Verbindungen bestehen heute zu unseren beiden Freundschaftsburschenschaften Brixia Innsbruck und Arminia Berlin, sowie zu den Kartellburschenschaften Danubia München, Frankonia Graz und der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn.

Politisch sieht die Teutonia einen ihrer Schwerpunkte in der Volkstums- und Grenzlandarbeit, die in unserer Patenschaft für das von ungarischen Deutschen bewohnte Dorf  Schemling und durch ein eigenes Stipendiatswesen für Auslandsdeutsche für ein Studium in Wien zum Ausdruck kommt.

Die Burschenschaft Teutonia als eine der ältesten und traditionsreichsten Wiener Bünde sieht zudem die Förderung des konservativen Prinzips innerhalb des Waffenstudententums und die Verbreitung burschenschaftlichen Gedankengutes in unserer zunehmend werteloseren Gesellschaft als essentiell an und setzt sich seit einigen Jahren zudem stark für die Einheit aller Burschenschaften ein. Besonders im Verband mit den Mitgliedskorporationen des Wiener Korporationsringes, als Vereinigung aller deutschnationalen und patriotischen Verbindungen in Wien, gilt es für die Teutonia, sich den selbstzerstörerischen Auswüchsen der heutigen Gesellschaft entschlossen entgegenzustellen. Das Wachhalten des Bewußtseins in der österreichischen Gesellschaft, gemeinsam mit anderen Deutschen über Staatsgrenzen hinweg, einer deutschen Kulturnation anzugehören, stellte und stellt deutsche Burschenschafter in Österreich immer wieder vor neue politische Herausforderungen, die nur in einer starken Gemeinschaft zu meistern sind.

Zeittafel mit den wichtigsten Daten aus der Geschichte der Teutonia

28.01.1868 erfolgte die Stiftung der Teutonia durch 9 ehemalige Mitglieder der progressistischen "Braunen Arminia" (der unter anderem Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer angehörten) im heutigen Cafe Rathaus. Die Stifter der Teutonia waren aus der Arminia ausgetreten, da ihnen diese zu wenig völkisch gesinnt war und sie außerdem zum schlagenden Prinzip neigten.
14.05.1868 schlugen zwei der Stifter - Fischer von Rösslersstamm mit Goldzieher -, der kurzfristig aus der Teutonia ausgetreten war, die erste Mensur.
03.08.1868 trat die Teutonia dem, in der damaligen Zeit im studentischen Bereich führenden, "Norddeutschen Kartell", dem bedeutende Burschenschaften aus dem Deutschen Reich und dem Bereich der österreichischen Monarchie angehörten und das sich über Berlin, Breslau, Prag, Wien, Graz, Freiburg, Gießen und Karlsruhe erstreckte. Das Kartell löste sich 1872 auf.
1869 nahm die Teutonia das konservative Prinzip an und wurde dadurch eine pflichtschlagende Burschenschaft.
Ende der 1870er Jahre kam der Reichsratsabgeordnete Georg Ritter von Schönerer mit der Teutonia in Berührung und trat so mit der Studentenschaft in Kontakt und gewann zunehmend politischen Einfluß auf sie.
1881 gründete die Teutonia ein Kartell mit Frankonia Graz und Carolina Prag (die 1884 wieder ausschied). Das Kartell mit Frankonia Graz besteht mit kurzfristigen Unterbrechungen bis heute als "Gold-Roter-Verband" weiter.
1888 erfolgte die erste behördliche Auflösung der Teutonia wegen einer Festrede desaktiven Burschens Gruber, einem später bedeutenden Rechtanwalt, der den Ausspruch prägte "Wir beugen uns weder vor Thronen noch Altaren".
1889 kam es zur Wiederzulassung der Teutonia.
1889 erfolgte - auf Initiative des Teutonen Dr. Silvester (später Präsident des Reichsrates und Staatsnotar) - der erstmalige Zusammenschluß der meisten Burschenschaften Österreichs und des Sudetenlandes.
1892 stifteten zwei Altburschen der Teutonia, die in Innsbruck studierten, mit einigen ausgetretenen Sueven die "Germania Innsbruck".
1891/92 kam es in der Teutonia zum "Fall Stüber". Die damaligen Ereignisse sind in den bekannten studentischen Schlüsselromanen "Das Band ist zerschnitten" bzw. "c.i." niedergeschrieben. Diese Romane schildern das damalige allgemeine Korporationsleben und insbesondere die Verhältnisse in der Teutonia.
1893 wird anläßlich des 25. Stiftungsfestes der Altherrenverband gegründet.
1894 erfolgte - wegen der Unterstützung der politischen Ideen Schönerers - die zweite kurzfristige behördliche Auflösung.
1896 wurde die Teutonia wegen angeblicher Überschreitung des satzungsgemäßen Wirkungsbereiches zum dritten Mal kurzfristig aufgelöst.
1897/98 nahm die Teutonia geschlossen an den Demonstrationen gegen den Ministerpräsidenten Badeni wegen dessen geplanter Sprachenverordnung, die letztlich zu seinem Rücktritt führte, teil.
1902 erfolgte die Errichtung eines Grabdenkmals am Wiener Zentralfriedhof als Erinnerungsstätte für alle gefallenen und verstorbenen Teutonen, welches noch heute besteht.
1905 wurde die 1000. Mensur geschlagen.
1910 wurde das erste Teutonenhaus in 1080 Wien, Kochgasse 11 gekauft.
1910 Erschien der Schlüsselroman "Jung Österreich" des Grazer Franken Heinrich von Schullern, in dem er sich mit den politischen Verhältnissen der Schönerer- Zeit in den Burschenschaften Teutonia Wien und Frankonia Graz auseinandersetzt.
1914-1918 nahmen fast alle Teutonen am Ersten Weltkrieg teil, zehn Farbenbrüder ließen ihr Leben.
1918 wurde die Teutonia Mitglied der Deutschen Burschenschaft.
1920 trat die Teutonia einem der größten Verbände innerhalb der Deutschen Burschenschaft, der "Roten Richtung", die in dieser Form bis 1960 bestand, bei.
1921 wurden Freundschaftsverhältnisse mit Brixia Innsbruck, Cruxia Leoben, sowie Ghibellinia Prag (derzeit Saarbrücken) und Moravia Brünn (aufgegangen in Arminia Würzburg) abgeschlossen.
1928 wurde die 2000. Mensur gefochten. Bis heute hat die Teutonia weit mehr als 3000 Mensuren geschlagen.
1933 schied die Teutonia aus der Deutschen Burschenschaft aus.
1938 erfolgte die vierte behördliche Auflösung der Teutonia, da man Verbindungen, die auf Basis des demokratischen Prinzips organisiert waren, nicht mehr duldete. Die Teutonia wurde entsprechend dem Führerprinzip in die Kameradschaft Georg Ritter von Schönerer umgewandelt.
1940 mußte unter Druck das alte Teutonenhaus in 1080 Wien, Kochgasse 11 verkauft werden.
1939-1945 nahmen fast alle Teutonen am Zweiten Weltkrieg teil, 25 Farbenbrüder fielen.
1952 wurde die Teutonia rekonstituiert.
1959 wurde das Haus 1080 Wien, Rother Hof 8 erworben.
1961 trat die Teutonia dem Ostdeutschen Kartell (Danubia München, Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks, Alte Königsberger Burschenschaft Teutonia und Greiswalder Burschenschaft Germania zu Marburg an der Lahn) bei.
1968 feierte man das 100. Stiftungsfest der Teutonia.
1981 konnte das Nachbarhaus 1080 Wien, Roter Hof 10, erworben werden; beide Häuser wurden renoviert und in ein Verbindungshaus mit Studentenheim umgebaut.
1981 erfolgte der Abschluß eines Freundschaftsabkommens mit der Berliner Burschenschaft Arminia (mit der seit 1868 aus dem Norddeutschen Kartell und der Roten Richtung ein enger Kontakt besteht).
1983 fand für die Teutonia der erste von mehreren Fernsehauftritten statt.
1984 übernahm die Teutonia mit unserer Innsbrucker Freundschaftsburschenschaft Brixia die Mitorganisation und gemeinsame Leitung des Kommerses "175 Jahre Tiroler Freiheitskampf".
1989/90 nahmen nach dem Fall der Berliner Mauer 15 junge Farbenbrüder am Wartburgfest in Eisenach teil.
1993 wurden ein Brandanschlag sowie diverse andere Sachbeschädigungen am Teutonenhaus verübt.
1993 wurde das 125. Stiftungsfest der Teutonia gefeiert, ein entsprechender Artikel erschien zu diesem Anlaß in der Kronenzeitung.
1993/94 führte die Teutonia den Vorsitz der Deutschen Burschenschaft in Österreich und des Wiener Korporationsringes.
1995 übernahm die Teutonia die Patenschaft über das von Ungarn-Deutschen bewohnte Schemling (Wertessomló) in dem noch eine große Zahl von Donauschwaben und deren Nachkommen leben.
1998 wurde das 130. Stiftungsfest im Rahmen und als Mitorganisator des Revolutionskommerses 1848 in der Wiener Hofburg gefeiert.
2003 wurde das 135. Stiftungsfest mit Festkommers im kleinen Festsaal der Universität Wien begangen.
2007
trat die Teutonia auf dem Burschentag in Eisenach nach 74 Jahren wieder in die Deutsche Burschenschaft ein.
Es erfolgten außerdem  im Laufe des Jahres wieder zahlreiche Sachbeschädigungen am Teutonenhaus.
2008
feierte die Teutonia mit zahlreichen Gästen das 140. Stiftungsfest.
   
 

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