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Die Geschichte der
Wiener akademischen Burschenschaft Teutonia
Vorstellung unserer
Burschenschaft aus den „Burschenschaftlichen Blättern“ 4/2008:
Nicht ohne
Ergriffenheit liest man heutzutage die Berichte vom Wartburgfest 1817,
von dem Sehnen nach Geistesfreiheit, nach einem einigen und einzigen
Deutschland und nach ehrenhaftem Burschentum. Eine Burschenschaft
sollte alle umschließen, kein Gedanke an Korporationsgeist oder
Eifersucht.
Die Tat Sands, das
Hambacher Fest, der Frankfurter Wachensturm, zeitigten bekanntlich
nicht den Erfolg der Wünsche des Wartburgfestes, sondern mündeten
vielmehr in die bekannten Verfolgungen in den meisten Teilen des
zersplitterten Deutschlands und somit auch in Österreich-Ungarn.
Die
Jenenser Burschenbewegung warf aber besonders nach der Revolution
von 1848 auch Wellen in den von Deutschen bewohnten Teil
Österreich-Ungarns, doch führten diese hier, sei es zufolge des von
Metternich besonders scharf ausgeprägten Unterdrückungssystems, sei es
infolge geistiger Erschlaffung der Biedermeierzeit, zunächst zu keinem
nennenswerten Ergebnis. Wohl standen 1848 Studenten mit
schwarz-rot-goldenen Trikoloren auf den Wiener Barrikaden, doch kam
diese studentische Erhebung rascher als in den anderen Teilen
Deutschlands durch staatliche Gewaltakte zum Erliegen. Der Abgeordnete
der Paulskirche, der Burschenschafter Robert Blum, der nach Wien kam,
wurde unter Verletzung der ihm zustehenden Immunität von kaisertreuen
Truppen sogar standrechtlich erschossen. Als nach dem Abgang
Metternichs eine allmähliche Milderung der politischen Unterdrückung
der Studentenschaft in Österreich eintrat, bildeten sich in den 1850er
und 1860er Jahren rasch die ersten studentischen Verbindungen an den
deutschen Hochschulen in Österreich-Ungarn. Bereits zu dieser Zeit rang
die großdeutsche mit der von Preußen geförderten kleindeutschen Idee,
wobei man in der deutschen Studentenschaft Österreichs naturgemäß zum
größten Teil dem großdeutschen Gedanken, also einem einigen deutschen
Staat unter Einschluß der deutsch besiedelten Gebiete der
Habsburgermonarchie, anhing.
In
dieser politisch und studentisch bewegten Zeit war es 1865 auf Grund
der Konservativerklärung der Burschenschaft Silesia Wien zum Austritte
einiger progressistisch eingestellter Mitglieder, darunter des späteren
führenden Sozialisten Pernerstorfer, gekommen. Man gründete eine neue
Burschenschaft Arminia, deren Mitglieder braune Kappen und
schwarz-rot-goldenes Band trugen, aus der sich aber bald wieder einige
Mitglieder absonderten, denen die Arminia zu wenig völkisch gesinnt war
und die dem konservativen waffenstudentischen Prinzip sehr zuneigten.
So
kam es am 28. Jänner 1868 im „Pentagon“ (fünfeckiges Zimmer) des
heutigen Wiener Cafè Rathaus zur Gründung der Burschenschaft Teutonia
durch neun ehemalige Mitglieder der Arminia. Als Farben wurden
bestimmt: schwarz-rot-goldenes Band und braune Kappe mit
schwarz-rot-goldenem Vorstoß. Zum ersten Sprecher wurde Albin Niemetz
gewählt. Mannigfaltige Probleme gab es in der Anfangszeit der Teutonia
zu lösen, besonders die Stellungnahme gegen konfessionelle
Verbindungen, die Mensurfrage und das Verhalten gegenüber der
Habsburger Staatsgewalt sind hier zu nennen. Trat die Teutonia sofort
nach Gründung dem progressistischen „Norddeutschen Kartell“ bei,
erfolgte nach der Konservativerklärung am 21. Juni 1869 unverzüglich
der Austritt aus diesem. Das Kartell löste sich wenige Jahre nach
weiteren Austritten von Bünden durch Konservativerklärungen auf. Das
konservative waffenstudentische Prinzip, also das unbedingte
Mensurfechten nach brauchgemäßer Forderung, hat die Teutonia seitdem
nie mehr abgelegt und bis auf den heutigen Tag wurden durch Teutonen
weit mehr als 3.000 Mensuren geschlagen.
Ebenfalls
nach dem Austritt aus dem Norddeutschen Kartell änderte die
Teutonia am 11. Oktober 1869 zur besseren Unterscheidung von der
Arminia die Reihenfolge der Farben in schwarz-gold-rot und führte die
nunmehrige gelbe Kappenfarbe und steife Kappenform ein.
Nach
dem Sieg Preußens und der verbündeten deutschen Länder über
Frankreich 1871 und der damit verbundenen kleindeutschen Reichsgründung
kam es innerhalb der Burschenschaften in Österreich zu einer ungeheuren
Euphorie und der sogenannte „Bismarckismus“ griff um sich, verbunden
mit der immer schärferen Forderung der patriotischen Studentenschaft,
den deutsch besiedelten Teil Österreich-Ungarns ebenfalls an das neue
Deutsche Reich anzuschließen. Diese Haltung wurde von der Staatsmacht
des Habsburger-Staates immer argwöhnischer verfolgt und führte
schließlich zu zahlreichen Repressionen, wie Versammlungsverboten oder
Vereinsauflösungen. Kneipen und Kommerse der Teutonia wurden häufig
polizeilich überwacht, Bismarck-Bilder mußten entfernt werden, das Lied
„Die Wacht am Rhein“ durfte ebenfalls nicht mehr gesungen werden. Ein
Polizeispitzel meldete am 05. März 1877 an seine Dienststelle: „Solange
die Burschenschaften Teutonia, Germania und Libertas nicht aufgelöst
werden, muß man immer auf Skandale ihrerseits gefaßt sein, da diese
meist aus frechen Burschen bestehen.“
Ende
der 1870er Jahre verschärfte sich die Opposition gegen den
Habsburger-Staat immer mehr, als die politischen Ideen des alldeutschen
Politikers Georg Ritter von Schönerer, aus dessen Bewegung sich später
mit den Christlichsozialen, den Sozialdemokraten und den
Deutschnationalen, die drei wichtigsten politischen Lager in Österreich
bildeten, massiven Eingang besonders in die Burschenschaften in Wien,
aber auch in die der anderen Hochschulstädte fanden.
Im
Frühjahr 1881 gründeten die Burschenschaften Frankonia Graz,
Carolina Prag und Teutonia Wien ein Kartell, aus dem 1884 die Carolina
wieder ausschied. Das nunmehr „Gold-Roter-Verband“ genannte Kartell
zwischen Frankonia und Teutonia besteht mit kurzfristigen
Unterbrechungen bis heute.
Unterdessen
ging die zunehmende Politisierung der Studentenschaft unter
bedingungsloser Festlegung auf das Programm Schönerers weiter.
Schönerers radikale politische Forderungen sorgten innerhalb der
Verbindungen für immer mehr Unruhe, bis sich politische Spaltungen
innerhalb der Deutschen in Österreich und innerhalb der Studentenschaft
nicht mehr vermeiden ließen. Die Teutonia gehörte in dieser Zeit zu den
treuesten Anhängern der politischen Ideen Schönerers und ernannte ihn
1889 sogar zum Ehrenburschen.
Am
09. Februar 1888 erfolgte die erste behördliche Auflösung der
Burschenschaft Teutonia „wegen Überschreitung des satzungsgemäßen
Wirkungskreises“ (dies ist der in Österreich seit eh und je übliche
Schimmelausdruck für Vereinsauflösungen ohne konkrete Begründung). Das
Stiftungsfest, bei dem es während der Festrede Schönerers zur
polizeilichen Auflösung der Kneipe und tumultartigen Szenen kam, wurde
im selben Jahr jedoch trotzdem gefeiert.
Nach
der Wiederzulassung der Teutonia im Jahre 1889 gelang es einem der
bedeutensten Teutonen, Dr. Julius Sylvester, erstmals, die
politische Spaltung der Studentenschaft in Österreich zu überwinden und
den Zusammenschluß fast aller Burschenschaften in Österreich und dem
Sudetenlande zu erreichen. Trotz zwei weiterer kurzfristiger
Auflösungen der Teutonia durch die Staatsmacht beruhigte sich die
politische Lage an den Hochschulen zusehens gegen Ende des 19.
Jahrhunderts, auch wenn die deutschnationale Haltung der
Waffenstudenten dem Habsburger-Staat immer ein Dorn im Auge blieb.
Nach
dem Tode Bismarcks am 30. Juli 1898 nahm die Teutonia zusammen mit
zahlreichen anderen Bünden am offiziellen Begräbnis des Kanzlers teil.
In dieser Zeit verschärfte sich zusätzlich das Verhältnis zu den
konfessionellen Verbindungen durch die „Los-von-Rom-Bewegung“
Schönerers, die eine strikte antiklerikale Politik verfolgte. An der
Universität Wien kam es immer häufiger zu Raufereien und Jagdszenen
zwischen Burschenschaftern und katholischen Verbindungsstudenten.
Während
die Teutonia seit ihrer Gründung immer in wechselnden Lokalen
in Wien ihre Konstanten unterhielt und über kein eigenes Haus verfügte,
änderte sich diese Situation gegen Ende des Sommersemesters 1910, als
es gelang, ein geeignetes Haus im 8. Bezirk, Kochgasse 11 zu erwerben
und für die Zwecke einer Verbindung umzubauen.
Als
im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, rückten insgesamt 96
Teutonen zum Kriegsdienst ein und die Räume des Teutonenhauses wurden
dem Roten Kreuz als Lazarett zur Verfügung gestellt. Zehn unserer
Farbenbrüder (so nennt der Teutone seine Bundesbrüder) kehrten aus dem
Weltbrand nicht mehr zurück.
Nach
dem verlorenen Kriege und dem Zerfall der Habsburger-Monarchie kam
es unter dem Eindruck des in Politik und Volk weit verbreiteten Willens
eines Anschlusses des neuen Staates Deutsch-Österreich an das Deutsche
Reich auch innerhalb der Burschenschaft zu einer Einigungsbewegung.
Diese mündete, wieder unter maßgeblichem Wirken des Teutonen Dr.
Sylvester, in der Vereinigung der „Deutschen Burschenschaft“ mit der
„Burschenschaft der Ostmark“ am 05. August 1919.
In
den chaotischen Nachkriegswirren in Österreich, die der Gründung der
Ersten Republik folgten, kam es zu einer immer schärferen Trennung
zwischen den drei politischen Lagern und nur mit Mühe konnte der innere
Friede in den 1920er Jahren aufrechterhalten werden.
In
der deutschnational gesinnten Studentenschaft Wiens herrschte nicht
nur rege Anteilnahme an den Geschehnissen des durch das Versailler
Diktat geknechteten Deutschen Reiches, sondern auch die aktive
Teilnahme vieler Burschenschafter am Kärntner Abwehrkampf kennzeichnete
die ersten Nachkriegsjahre. Im Zuge der Verschärfung der
innenpolitischen Lage in Österreich gegen Ende der 1920er Jahre und
Beginn der 1930er Jahre wurden viele Teutonen wegen ihrer politischen
Aktivitäten in Anhaltelager gesperrt. Nach der Errichtung der
Christlichsozialen Diktatur 1934 und des gewaltsamen Todes von
Bundeskanzler Dollfuß im Zuge eines nationalsozialistischen
Putschversuches verschärfte sich die Verfolgungswelle gegen politische
Gegner des Klerikalfaschismus immer mehr. Bezeichnend für diese Zeit
ist ein Zitat aus einer Burschenberatungsschrift der Teutonia vom 30.
Jänner 1935: „Fechtwartbericht entfällt, da der Fechtwart heute abends
verhaftet wurde.“
Nach
der Auflösung der reichsdeutschen Burschenschaften im Laufe des
Jahres 1935 und der oberflächlichen Beruhigung der innenpolitischen
Lage in Österreich nach 1936 gelang es auch der Teutonia für wenige
Jahre, den Betrieb des Bundes zu normalisieren. Dem Anschluß
Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 folgte dann jedoch die
sofortige Auflösung aller studentischen Korporationen in Österreich und
auch die Teutonia wurde in die Kameradschaft „Georg Ritter von
Schönerer“ umgewandelt, konnte das Haus in der Kochgasse jedoch
zunächst behalten. Erst im Jahre 1940 erfolgte der zwangsweise Verkauf
des Hauses und auch nach dem Kriege war es der Teutonia nicht möglich,
dieses verlorene Juwel zurückzugewinnen.
Als
am 01. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, rückten 111
Teutonen zum Kriegsdienst ein. Nur 86 Farbenbrüder kehrten aus dem
Kriege zurück.
Nach
der Niederlage und den katastrophalen Folgen des Krieges, mit
Flucht, Vertreibung, Ausbombung und Besetzung waren die ersten
Nachkriegsjahre geprägt von der Sicherstellung der eigenen
Lebensgrundlagen. An eine studentische Betätigung war zunächst, auch
wegen des Verbotes durch die Besatzungsmächte, nicht zu denken. Dennoch
trafen sich die alten und jungen Teutonen bereits seit 1946 wieder
regelmäßig und man bemühte sich, einen gemeinsamen Raum als Mittelpunkt
neuen Beisammenseins zu finden. Im Jahre 1952 wurde das öffentliche
Farbentragen von den Besatzungsmächten wieder erlaubt und bei der
Teutonia konnte wieder ein bescheidener Aktivenbetrieb aufgenommen
werden. Im Jahre 1959 gelang es schließlich, ein ehemaliges Mietshaus
im Roten Hof 8 im 8. Bezirk zu erwerben und für die Bedürfnisse einer
Burschenschaft umzubauen. Im Jahre 1981 konnte man das Nachbarhaus
Nummer 10 ebenfalls erwerben und verband die beiden Häuser durch
Mauerdurchbrüche.
Im
Zuge der 1960er Jahre kam es zum Zerfall der „Roten Richtung“
innerhalb der Burschenschaften, welcher die Teutonia seit 1920
angehörte. Da sich die Verbandspolitik der „Roten Richtung“ zusehens
gegen eine Einigung von DB und DBÖ richtete, traten neben einigen
Bünden aus der BR Deutschland auch die Burschenschaften Teutonia Wien,
Frankonia Graz und Brixia Innsbruck aus der „Roten Richtung“ aus. Trotz
der Gründung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft 1961, die das Ziel
hatte, eine Vereinigung von DB und DBÖ herbeizuführen, blieben viele
Burschenschaften in Österreich auf Grund der schlechten Erfahrungen,
die man mit einigen Gruppierungen der Deutschen Burschenschaft in
nationaler und waffenstudentischer Richtung gemacht hatte, kritisch
gegenüber einem Zusammenschluß. Auch die Teutonia gehörte lange
Jahrzehnte dieser kritischen Richtung an und es wurden viele
Diskussionen und Auseinandersetzungen innerhalb der Teutonia geführt,
bis man sich im Jahre 2003 zum Beitritt in die BG entschloß und drei
Jahre später den Antrag auf Wiederaufnahme in die DB stellte. Es ist
seitdem der erklärte Wille der Teutonia, sich personell und ideell für
unseren Dachverband einzusetzen, um unseren Verband schlagkräftig und
zukunftsfähig zu erhalten.
Besonders
enge Verbindungen bestehen heute zu unseren beiden
Freundschaftsburschenschaften Brixia Innsbruck und Arminia Berlin,
sowie zu den Kartellburschenschaften Danubia München, Frankonia Graz
und der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn.
Politisch
sieht die Teutonia einen ihrer Schwerpunkte in der Volkstums-
und Grenzlandarbeit, die in unserer Patenschaft für das von ungarischen
Deutschen bewohnte Dorf Schemling und durch ein eigenes
Stipendiatswesen für Auslandsdeutsche für ein Studium in Wien zum
Ausdruck kommt.
Die
Burschenschaft Teutonia als eine der ältesten und
traditionsreichsten Wiener Bünde sieht zudem die Förderung des
konservativen Prinzips innerhalb des Waffenstudententums und die
Verbreitung burschenschaftlichen Gedankengutes in unserer zunehmend
werteloseren Gesellschaft als essentiell an und setzt sich seit einigen
Jahren zudem stark für die Einheit aller Burschenschaften ein.
Besonders im Verband mit den Mitgliedskorporationen des Wiener
Korporationsringes, als Vereinigung aller deutschnationalen und
patriotischen Verbindungen in Wien, gilt es für die Teutonia, sich den
selbstzerstörerischen Auswüchsen der heutigen Gesellschaft entschlossen
entgegenzustellen. Das Wachhalten des Bewußtseins in der
österreichischen Gesellschaft, gemeinsam mit anderen Deutschen über
Staatsgrenzen hinweg, einer deutschen Kulturnation anzugehören, stellte
und stellt deutsche Burschenschafter in Österreich immer wieder vor
neue politische Herausforderungen, die nur in einer starken
Gemeinschaft zu meistern sind.
Zeittafel
mit den wichtigsten Daten aus der Geschichte der Teutonia
| 28.01.1868 |
erfolgte
die
Stiftung der Teutonia durch 9 ehemalige Mitglieder der
progressistischen "Braunen Arminia" (der unter anderem Viktor Adler und
Engelbert Pernerstorfer angehörten) im heutigen Cafe Rathaus. Die
Stifter der Teutonia waren aus der Arminia ausgetreten, da ihnen diese
zu wenig völkisch gesinnt war und sie außerdem zum
schlagenden Prinzip neigten. |
| 14.05.1868 |
schlugen
zwei der Stifter -
Fischer von Rösslersstamm mit Goldzieher -, der kurzfristig aus
der Teutonia ausgetreten war, die erste Mensur. |
| 03.08.1868 |
trat
die Teutonia dem, in der
damaligen Zeit im studentischen Bereich führenden, "Norddeutschen
Kartell", dem bedeutende Burschenschaften aus dem Deutschen Reich und
dem Bereich der österreichischen Monarchie angehörten und das
sich über Berlin, Breslau, Prag, Wien, Graz, Freiburg,
Gießen und Karlsruhe erstreckte. Das Kartell löste sich 1872
auf. |
| 1869 |
nahm
die Teutonia das
konservative Prinzip an und wurde dadurch eine pflichtschlagende
Burschenschaft. |
| Ende der 1870er
Jahre |
kam der
Reichsratsabgeordnete
Georg Ritter von Schönerer mit der Teutonia in Berührung und
trat so mit der Studentenschaft in Kontakt und gewann zunehmend
politischen Einfluß auf sie. |
| 1881 |
gründete
die Teutonia ein
Kartell mit Frankonia Graz und Carolina Prag (die 1884 wieder
ausschied). Das Kartell mit Frankonia Graz besteht mit kurzfristigen
Unterbrechungen bis heute als "Gold-Roter-Verband" weiter. |
| 1888 |
erfolgte
die erste
behördliche Auflösung der Teutonia wegen einer Festrede
desaktiven Burschens Gruber, einem später bedeutenden Rechtanwalt,
der den Ausspruch prägte "Wir beugen uns weder vor Thronen noch
Altaren". |
| 1889 |
kam es
zur Wiederzulassung der
Teutonia. |
| 1889 |
erfolgte
- auf Initiative des
Teutonen Dr. Silvester (später Präsident des Reichsrates und
Staatsnotar) - der erstmalige Zusammenschluß der meisten
Burschenschaften Österreichs und des Sudetenlandes. |
| 1892 |
stifteten
zwei Altburschen der
Teutonia, die in Innsbruck studierten, mit einigen ausgetretenen Sueven
die "Germania Innsbruck". |
| 1891/92 |
kam es
in der Teutonia zum
"Fall Stüber". Die damaligen Ereignisse sind in den bekannten
studentischen Schlüsselromanen "Das Band ist zerschnitten" bzw.
"c.i." niedergeschrieben. Diese Romane schildern das damalige
allgemeine Korporationsleben und insbesondere die Verhältnisse in
der Teutonia. |
| 1893 |
wird
anläßlich des
25. Stiftungsfestes der Altherrenverband gegründet. |
| 1894 |
erfolgte
- wegen der
Unterstützung der politischen Ideen Schönerers - die zweite
kurzfristige behördliche Auflösung. |
| 1896 |
wurde
die Teutonia wegen
angeblicher Überschreitung des satzungsgemäßen
Wirkungsbereiches zum dritten Mal kurzfristig aufgelöst. |
| 1897/98 |
nahm
die Teutonia geschlossen
an den Demonstrationen gegen den Ministerpräsidenten Badeni wegen
dessen geplanter Sprachenverordnung, die letztlich zu seinem
Rücktritt führte, teil. |
| 1902 |
erfolgte
die Errichtung eines
Grabdenkmals am Wiener Zentralfriedhof als Erinnerungsstätte
für alle gefallenen und verstorbenen Teutonen, welches noch heute
besteht. |
| 1905 |
wurde
die 1000. Mensur
geschlagen. |
| 1910 |
wurde
das erste Teutonenhaus in
1080 Wien, Kochgasse 11 gekauft. |
| 1910 |
Erschien
der
Schlüsselroman "Jung Österreich" des Grazer Franken Heinrich
von Schullern, in dem er sich mit den politischen Verhältnissen
der Schönerer- Zeit in den Burschenschaften Teutonia Wien und
Frankonia Graz auseinandersetzt. |
| 1914-1918 |
nahmen
fast alle Teutonen am
Ersten Weltkrieg teil, zehn Farbenbrüder ließen ihr Leben. |
| 1918 |
wurde
die Teutonia Mitglied der
Deutschen Burschenschaft. |
| 1920 |
trat
die Teutonia einem der
größten Verbände innerhalb der Deutschen
Burschenschaft, der "Roten Richtung", die in dieser Form bis 1960
bestand, bei. |
| 1921 |
wurden
Freundschaftsverhältnisse mit Brixia Innsbruck, Cruxia Leoben,
sowie Ghibellinia Prag (derzeit Saarbrücken) und Moravia
Brünn (aufgegangen in Arminia Würzburg) abgeschlossen. |
| 1928 |
wurde
die 2000. Mensur
gefochten. Bis heute hat die Teutonia weit mehr als 3000 Mensuren
geschlagen. |
| 1933 |
schied
die Teutonia aus der
Deutschen Burschenschaft aus. |
| 1938 |
erfolgte
die vierte
behördliche Auflösung der Teutonia, da man Verbindungen, die
auf Basis des demokratischen Prinzips organisiert waren, nicht mehr
duldete. Die Teutonia wurde entsprechend dem Führerprinzip in die
Kameradschaft Georg Ritter von Schönerer umgewandelt. |
| 1940 |
mußte
unter Druck das
alte Teutonenhaus in 1080 Wien, Kochgasse 11 verkauft werden. |
| 1939-1945 |
nahmen
fast alle Teutonen am
Zweiten Weltkrieg teil, 25 Farbenbrüder fielen. |
| 1952 |
wurde
die Teutonia
rekonstituiert. |
| 1959 |
wurde
das Haus 1080 Wien,
Rother Hof 8 erworben. |
| 1961 |
trat
die Teutonia dem
Ostdeutschen Kartell (Danubia München, Alte Breslauer
Burschenschaft der Raczeks, Alte Königsberger Burschenschaft
Teutonia und Greiswalder Burschenschaft Germania zu Marburg an der
Lahn) bei. |
| 1968 |
feierte
man das 100.
Stiftungsfest der Teutonia. |
| 1981 |
konnte
das Nachbarhaus 1080
Wien, Roter Hof 10, erworben werden; beide Häuser wurden renoviert
und in ein Verbindungshaus mit Studentenheim umgebaut. |
| 1981 |
erfolgte
der Abschluß
eines Freundschaftsabkommens mit der Berliner Burschenschaft Arminia
(mit der seit 1868 aus dem Norddeutschen Kartell und der Roten Richtung
ein enger Kontakt besteht). |
| 1983 |
fand
für die Teutonia der
erste von mehreren Fernsehauftritten statt. |
| 1984 |
übernahm
die Teutonia mit
unserer Innsbrucker Freundschaftsburschenschaft Brixia die
Mitorganisation und gemeinsame Leitung des Kommerses "175 Jahre Tiroler
Freiheitskampf". |
| 1989/90 |
nahmen
nach dem Fall der
Berliner Mauer 15 junge Farbenbrüder am Wartburgfest in Eisenach
teil. |
| 1993 |
wurden
ein Brandanschlag sowie
diverse andere Sachbeschädigungen am Teutonenhaus verübt. |
| 1993 |
wurde
das 125. Stiftungsfest
der Teutonia gefeiert, ein entsprechender Artikel erschien zu diesem
Anlaß in der Kronenzeitung. |
| 1993/94 |
führte
die Teutonia den
Vorsitz der Deutschen Burschenschaft in Österreich und des Wiener
Korporationsringes. |
| 1995 |
übernahm
die Teutonia die
Patenschaft über das von Ungarn-Deutschen bewohnte Schemling
(Wertessomló) in dem noch eine große Zahl von
Donauschwaben und deren Nachkommen leben. |
| 1998 |
wurde
das 130. Stiftungsfest im
Rahmen und als Mitorganisator des Revolutionskommerses 1848 in der
Wiener Hofburg gefeiert. |
| 2003 |
wurde das 135.
Stiftungsfest mit Festkommers im kleinen Festsaal der Universität
Wien begangen. |
2007
|
trat die
Teutonia auf dem Burschentag in Eisenach nach 74 Jahren wieder in die
Deutsche Burschenschaft ein.
Es erfolgten außerdem im Laufe des Jahres wieder zahlreiche
Sachbeschädigungen am Teutonenhaus.
|
2008
|
feierte die
Teutonia mit zahlreichen Gästen das 140. Stiftungsfest. |
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